// Blogbeiträge als Podcast hören und was das mit uns macht
Leser dieses Blogs werden vielleicht mitbekommen haben, dass ich mich gerne über Journalisten aufrege die ARD podcasts machen, denn sie kommen dabei rüber wie die Ersties aus dem Journalistikstudium. Diese Sendungen sind ziemlich billig zu produzieren und folgen dem beliebten Internetformat des wechselseitigen Gespräches. Leider hat dieses Format die Reportagebeiträge ersetzt, zum Beispiel bei „Streitkräfte und Strategien“, was tatsächlich eine hörbare Sendung war. Häufig wird dabei eine Folge hergestellt, in der sich beide Gesprächsteilnehmer ihrer Meinungen bestärken. Sollte der Höhrer mit einem der Themen vertraut sein, fällt ihm auf, dass die da eine ganze Menge Murks reden. Michael Crichton bezeichnete das als Gell-Mann Amnesia Effect.
Daher ist es doch schön, dass wordpress jetzt dem geneigten Blogger anbietet, für die ganz Lesefaulen einen oder mehrere Beiträge als KI-generierten Podcast zusammenzufassen. Derzeit ist das wohl noch eine Beta-Version und fabriziert eine Sendung von etwa 5 Minuten länge.
Und zu meiner größten Freude ist das Format genau so gehalten, wie ein Podcast der ARD. Sogar mit Gesprächspartnern mit den unsäglichen Namen Pip und Mara. Ich kann die Club Mate bis hier riechen. Ich wünschte, ich könnte dafür auch GEZ einstreichen.
Der Tagesschau-Podcast reagiert mit einem Beitrag auf meinen Blog.
Hören wird doch. mal. rein.
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Pip: Keine Garantie — wo Wahlergebnisse, Briefkastenschrecken und eine Leiche im Tegeler See sich zu einem ganz normalen Berliner Herbst zusammenfügen.
Mara: BlackCoffee2000 hat in den letzten Wochen einiges festgehalten: die Berliner Wahl und die schwierige Regierungsbildung danach, den Alltag mit Post und Papierkram, und einen kriminalistischen Blick auf die Stadt. Fangen wir mit der Politik an.
/ Oh je oh je ohjeohje. Die Stimme von Mara trifft schonmal ins Schwarze. Auch, dass man den Wald vor lauter Bäumen nicht sieht, ist akkurat, denn das mit dem Briefkasten ward nur geschrieben, um kurz Frust loszuwerden.
Berliner Herbst: Wahl, Personal und Koalitionschaos
Pip: Berlin hat gewählt — und jetzt müssen die Gewählten herausfinden, wie man daraus eine Regierung baut, was sich schwieriger erweist als erwartet.
Mara: Der Ausgangsbefund ist direkt formuliert. Zur Reaktion auf den Wahlabend heißt es: „Es müssen Reformen durchgeführt werden. Diese müssen wir zusammen angehen. Und zwar mit mir als Parteichef und vor allem als Bundeskanzler!“
Pip: Was bedeutet: die Botschaft des Abends war nicht Demut, sondern Selbstbehauptung — während gleichzeitig zwei ehemalige Volksparteien in zwei Bundesländern abstürzten, die SPD in Berlin, die CDU in Mecklenburg-Vorpommern.
/ Ne, das war nicht meine Reaktion, sondern die des Bndsknzlrs. Aber gut. Journo-Ersties, halt.
Mara: Dazu kommt ein Befund über das Berliner Stammpersonal: Reihenweise wurden langjährige Direktkandidaten abgewählt. Wer trotzdem per Listensystem ins Abgeordnetenhaus einrückt, solle laut dem Text sein Mandat niederlegen — eine direkte Forderung an die Betroffenen.
Pip: Und dann die Koalitionsfrage. Im Logbuch vom 14. Oktober ist das Bild noch unübersichtlicher: Die PDL ringt intern mit sich selbst, der Neuköllner Bezirksverband gilt als „das Texas der Partei Die Linke“, und eine Abgeordnete bekräftigt öffentlich, kein einziger Staat habe ein Existenzrecht.
/ Also ich neige ja auch zu etwas sprunghaften Texten, die in meinem Kopf vielleicht mehr Sinn machen als auf dem Weiß-auf-Schwarz dieser Seiten, aber so unübersichtlich ist der Text dann auch nicht! tsk tsk tsk
Aber das Ding mit dem „Texas der PDL“ ist gut, oder? Ist mir beim Spaziergang am Øresund eingefallen.
Mara: Der Kommentar dazu ist trocken: Ein Scheitern der rotgrünroten Koalition würde „uns eine Menge unfreiwillige Politsatire vorenthalten“ — was man als Plädoyer fürs Weitermachen lesen kann, wenn auch ein ironisches.
/ Korrektur: nicht ironisch, sondern sarkastisch.
Pip: Vom Wahlabend bis zur Koalitionsfrage ist es nicht weit — aber von der Koalitionsfrage zum Briefkasten ist es ein großer Schritt. Den gehen wir jetzt.
Briefkasten, Bürgersteig und Bundestag
/ Astreine Alliteration! Alle Achtung!
Mara: Der Alltag schlägt zurück — im Logbuch vom 4. Oktober geht es um Post, Versicherungen und alles, was sich im Briefkasten angesammelt hat.
Pip: Die Haltung dazu ist unmissverständlich: „Gerade Versicherungsvertreter regen in mir Klaus Kinski-mäßige Brüllreflexe aus.“
Mara: Was das im Alltag heißt: juristische Vorgänge, Telekommunikationsanbieter, Versicherungsschreiben — alles läuft gleichzeitig, alles kostet Nerven und Geld.
/ Korrekt, du dumme Sau du. Ich bin nicht Euer Blogger-Jesus!
Pip: Daneben steht eine Beobachtung vom Tag der Deutschen Einheit in Berlin-Mitte: Obdachlose mit sauberen, fast neuen Zelten, unauffälliger Kleidung, gültigen Krankenkassenkarten — und trotzdem ohne Dach.
Mara: Der Text hält fest, dass das Elend sichtbarer geworden ist, weil belebte Orte mehr Schutz bieten als dunkle Ecken. Gleichzeitig demonstrierte die Jugend in der Nähe gegen eine mögliche Wehrerfassung — und in Frankreich brannten Schulen, angezündet von denen, die gegen schlechte Schulen protestierten.
Pip: Wut, Papiere, Päckchen — und irgendwo dazwischen ein Tegeler See mit einer Leiche drin.
Klick. Gefällt mir. — Kriminalität und Medienkritik
Mara: Das Logbuch vom 30. September beginnt mit einem Reflex, den viele kennen und den der Text sofort hinterfragt.
Pip: „Leiche im Tegeler See gefunden. Klick. Gefällt mir.“ — und dann die Frage: Was bedeutet dieses Klicken eigentlich?
Mara: Der Text dreht das weiter: Vielleicht sollte die Kriminalpolizei die Liste der Likenden prüfen — der Täter würde den Fund wohl eher nicht mit einem Like quittieren. Daneben stehen Schießereien in Baumschulenweg, mutmaßlich Revierkämpfe oder, tatsächlich belegt, social-media-Streit als Auslöser für Gewalt.
/ Sogar Potsdam hat inzwischen ein Jugendkriminalitätsproblem. Potsdam!
Pip: Und der rbb berichtet derweil über Toilettengleichberechtigung — per hochformatigem Animationsvideo, TikTok-tauglich, fast zwanzig Euro Rundfunkbeitrag im Monat.
Mara: Die Kritik ist scharf, aber der Punkt dahinter ist ernst: Während konkrete Kriminalität in der Stadt passiert, wählt der öffentlich-rechtliche Sender andere Schwerpunkte.
Pip: Berlin wählt, bildet keine Regierung, findet Leichen, ignoriert den Briefkasten — und der rbb macht Klovideos.
/ Ehrlich, was den rbb so umtreibt, frage ich mich schon eine ganze Weile.
Mara: Nächste Woche sehen wir, ob die Koalition steht oder ob der Herbst noch länger wird.
/ Ja, das werden wir wirklich noch sehen. Da ist noch nichts in trockenen Tüchern.
Jedenfalls kann der Tagesschau-Podcast jetzt einpacken. Denn jetzt gibt es Keine Garantie – der Podcast!
Schönen Sonntag!
