Ufff, ich muss heute endlich in den Briefkasten schauen und die Post darin bearbeiten. Ich habe keine Lust. Lasst mich alle in Ruhe mit dem ganzen Blödsinn. Gerade Versicherungsvertreter regen in mir Klaus Kinski-mäßige Brüllreflexe aus. Gut, dass ich nicht in einem Büro mit viel Papierkram arbeite, ich würde sowas von Untergehen.
Ich habe derzeit eine kleine juristische Sache am Laufen, dazu Versicherungen, Telekommunikationsanbieter, etc pp. Alle sind nur dazu geeignet, einem den letzten Nerv und natürlich das hart erarbeitete Einkommen zu rauben. Kann alles weg, braucht eigentlich keiner. This does not spark joy!
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Kurze Blogmeldung: Wir sind ja jetzt bei über 50 Beiträgen und darüber freue ich mich schon etwas. Zum Kommentarbereich: Jeder Kommentar muss von mir manuell freigeschaltet werden, daher kann es sein, dass es etwas dauert, bis Ihr Kommentar sichtbar wird, sollten Sie denn kommentiert haben. Freischaltung nicht, um Ihre Meinung zu zensieren, aber um mich davor zu schützen, mir hier Kommentare einzutreten, die juristisch relevant werden könnten und die dann hier ggf mehrere Stunden sichtbar sind bis ich diese bemerke.
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Gestern war der 36. Tach der doitschen Einheit und ich war in Berlin-Mitte unterwegs. Die Camps der Abgehängten sind von den Tempeln der Macht gar nicht so weit weg. Teilweise kann man neben den Zelten stehen und den Bundestag sehen. Die Armut wird auch offensichtlicher, weil sie sich mehr in das Blickfeld der Öffentlichkeit traut. Auch aus Selbstschutz: an Orten an denen es viel Fußverkehr geht, wird man seltener zusammengeschlagen und seinen letzten Sachen beraubt oder angezündet als in einer dunklen Ecke.
Die Zelte der draußen Wohnenden sind auffälig modern und sauber, als ob sie vor einem Tag noch in der Warenausstellung beim Trekkingbedarfsgroßhändler lagen. Die Leute, die neben den Zelten standen und saßen sahen auch nicht so abgewrackt aus, wie wir das bisher kannten. Eigentlich erinnerte mich das eher an einen Zeltplatz am Stettiner Haff als an die harten Zustände Berliner Obdachlosigkeit.
Dienstlich kommen wir auch häufiger in Kontakt mit Leuten, die äußerlich recht unauffällig aussehen, aber auf der Straße leben. Saubere, fast neue Klamotten, gute Schuhe, ein praktischer, nicht zerschlissener Rucksack. Sie haben sogar Krankenkassenkarten, wenn auch manchmal abgelaufen. Aber dann stellt sich heraus: lebt auf der Straße. Manchmal erst ein paar Wochen, manchmal schon Jahrelang. Einige mit moderatem Drogenkonsum, einige mit gar keinem.
Verstehen Sie mich nicht falsch, ich finde es gut, dass diese Menschen so etwas mehr Würde in ihrem Leben haben. Saubere Klamotten, ein sauberer Schlafplatz. Es ist mir nur aufgefallen.
Die absolut Verwahrlosten gibt es natürlich in Mengen. Um diese zu finden, brauchen Sie nichmal besondere Orte aufsuchen, diese Personen finden Sie! Das sind meist auch die mit der Sucht nach harten Drogen oder Alkohol; die Leute, die jegliche Kontrolle verloren haben.
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In Mitte war vom 36. Tach der doitschen Einheit nicht viel mitzubekommen. Es war wie ein Sonntag. Auf der Betonfläche am Spreebogen, unten und hinter dem Paul-Löbe-Haus, versammelten sich junge, ich vermute politisch engagierte, Menschen um diesen Tag zu feiern. Mein zynischer Gedanke dazu war, dass das die Letzten sind die glauben dass aus dieser kaputten Republik nochmal etwas wird. Mit Einheit ist es nicht mehr so weit her hier im Land, wo ein sich noch in der Mehrheit befindlicher Teil versucht, den anderen noch bei 45% befindlichen Teil sich vom Hals oder klein zu halten, gerne auch mit undemokratischen Methoden.
Um die Ecke demonstrierte nicht nur unsere Jugend zwei Tage lang gegen eine mögliche Wehrpflicht. Derzeit ist es nur eine Wehrerfassung, aber Gesetze sind schnell geändert, wenn es denn zum Schutze der „Irgendwas mit Kratie“ geht. Das Programm war so la-la, wie ich in der taz las, aber ich kann das dennoch nur unterstützen. Deshalb war ich auch in Mitte, weil ich mal gucken und vielleicht auch kurz Teil sein wollte, aber ich bin derzeit zu verplant und zu spät losgerollt. Klar ist Pazifismus nicht die Lösung für alles – ich bin ja auch für eine gut aufgestellte, bürgernahe Polizei – aber die paranoiden Wahnvorstellungen, die hinter jedem abgeknickten Baum und jedem übergekochten Topf Nudelwasser den bösen Russen sieht, der nur wartet wieder auf eine Linie zwischen Malchow im Norden und Köpenick im Süden vorzurücken, werden noch zur selbsterfüllenden Prophezeiung. Ich glaube im Regierungsviertel und verschiedensten Parteizentralen (allen voran bei den Schwarzen und den Olivgrünen) hat man Angst davor, dass Wladimir Putin, der ja durchaus Blut an den Händen hat, im Schrank in der Kaffeeküche sitzt.
Außerdem schwarz Gekleidete mit Maximalforderungen: Not being vegan ist not okay. Protestformen sind heute auf Englisch, weil Aktivisten heutzutage ziemlich viel online sind. Dadurch verschiebt sich auch der Diskurs dieser Leute, sodass sie mit Forderungen aufwarten, die für die BRD etwas schräg sind, sich aber gut damit erklären lassen, dass das politische Positionen aus radikalliberalen Kreisen in den USA sind. Dass man dann zufälligerweise auch noch direkt vor der US-amerikanschen Botschaft demonstriert hat schon eine gewisse Ironie.
Der Festakt fand in Bremen statt (es rotiert ja jedes Jahr in eine andere Gegend der BRD, damit alle was davon haben) und hier wurde dann denen, die sich für sehr deutsch halten, vom obersten Deutschen das Deutsch-sein abgesprochen. Sehr befremdlich.
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Falls Sie es nicht mitbekamen: Der Herr Siegmund aus Sachsen-Anhalt möchte sich jetzt doch zur Wahl des Ministerpräsidenten aufstellen, auch wenn seine Partei nicht die gwünschte absolute Mehrheit hat. Die Wahl soll im Dezember statt finden und das ist auch für mich etwas befremdlich. Was dauert denn da so lange? Da wählt man als Bürger (oder auch nicht, so wie ich) und dann kommt ein Resultat dabei heraus… irgendwann.
Hier in Berlin geht das wohl alles etwas schneller, aber hier muss man sich erst eine Koalition zurechtdengeln. Bei der eine Partei jetzt etwas um Sühne bitten darf und versichern soll, dass einiges was sie so im Wahlkampf sagten gar nicht so gemeint war. Oder warum ein föderaler Abgeordneter und Mitglied eines Gremiums, was sich parlamentarisch mit der Inneren Sicherheit befassen soll, gute Kontakte (Wallah, brauchst du Handy? Komm auf meine Hochzeit. Wann bist du im Büro? Ich küsse dein Herz, Bruder. Mit Respekt an deinen Vater!) zu Strukturen hat, die der inneren Sicherheit eher abträglich sind. Der Typ sollte einfach seinen Hut und Aktivistenschal nehmen und uns nicht weiter belästigen. Jetzt jeden mit einer Klagewelle zu überschütten, der diese Truppe mit dem A-Wort betitelt, bezeugt jedoch leider nur wenig Souveräntität. Hätte ich gelassen. Ich zum Beispiel habe noch niemanden angezeigt, der mich im Dienst (oder privat) anbrüllte oder beleidigte oder ähnliches und da waren wirklich fiesere Aussprüche mit bei. Muss man drüber stehen.
Aber ich sage: lasst sie machen, den Ulrich und die Elif. Es sind zwei Experimente die gleichzeitig anlaufen und am Ende werden wir sehen, was für Ergebnisse erziehlt werden. Ich habe mich sogar dazu entschlossen, meine neue mögliche Landesregierung mit etwas Wohlwollen zu betrachten. Denn aus Enttäuschung entstehen die besseren Blogartikel.
Wird Sachsen-Anhalt ein faschistischer Terrorstaat mit Braunhemd-Bürgerwehren? Wird Berlin ein Kriminalsumpf mit Sharia-Ordnungsamt? Wir werden sehen. Ändern können Sie und ich als Bürger das sowieso nicht, wir haben abgesehen von einer teils wertlosen Stimmabgabe keinerlei Eingriffsmöglichkeiten. Wenn Sie mit ihrer Stimme wirklich etwas ändern wollen, müssten Sie in Masse radikal wählen. Politiker treten nichteinmal nach größtem öffentlichen Unmut und Bekundungen der Unsympathie nachhaltig zurück. Es wird sich immernoch irgendwie an den letzten gerade noch so haltbaren Posten geklammert, um dann irgendwann wieder mit neuem Posten aufzutauchen. Wenn nicht sogar die Flucht nach vorn erfolgt und Kritiker einfach angezeigt werden. Grund #492 warum 45% die AfD wählen, by the way. Diese nicht sonderlich leckere Suppe haben sich die Damenden und Herrenden schön selbst eingebrockt, wir wissen nur noch nicht so ganz wer das auslöffeln darf.
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Im Nachbarland randaliert die Jugend und fackelt Schulen ab, um gegen schlechte Schulen zu demonstrieren. Brennende Löschfahrzeuge. Brennende Feuerwehrleute. Einer Frau wird mit einer aus der bekannten Flammenwerferkombination Deodose/Feuerzeug ins Gesicht gesprüht. Aus Protest gegen schlechte Schulen. Oder so.
Nein, diese Proteste sind auch eine Entladung von Wut in den Vororten. Die ethnische Zusammensetzung der Teilnehmer der robusteren Protestformen ist auf den Videos recht ersichtlich. Es sind die Kids mit Migrationshintergrund aus den Banlieus. Lassen Sie sich da nichts einreden. Armut, fehlende Perspektiven, eigene Gewalterfahrungen entladen sich irgendwann, dazu kommt jugendlicher Leichtsinn, auch mal richtig Bocken habe, was kaputt zu machen und ja, ich denke auch eine gute Portion Verachtung für die Mehrheit der Gesellschaft in der sie leben. Sie haben ansonsten wahrscheinlich genausowenig Eingriffsmöglichkeiten in die Politik ihres Landes wie ich hier.
Aber, und das mag als Blaulichtarbeiter (Körpernahe Dienstleistung! Auch gegen Bezahlung!) etwas eigennützig sein: ich finde es nicht so gut, wenn man uns (und andere!) anzünden möchte.
Der Beweis: Ich stelle mir eine Frage (2) – … die Schule brennt
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Zünden Sie bitte keine Leute an und denken SIe daran, auch bei abknickender Vorfahrtsstraße zu blinken. Schönen Sonntag.
