Denn am Sonntag, am Spielplatz um dreiviertelzeeehn, da lässt der Herr Richter sein hmmmmhmmm sehen…
Für ganze acht Tage ging mir dieses Lied nich aus dem Kopf. Ein Lied, was ich wahrscheinlich das letzte Mal vor vier Jahren hörte. Ich bin recht gut im Textemerken. Mein Hirn sei Dank, dass es Werbejingles aus ideologischen Gründen ablehnt und nicht abspeichert. Da daaa dat da da I am loving it.
Sollte sich doch eine musikalische Dauerschleife im inneren Ohr einnisten, was ich zuweilen sehr unangenehm empfinde, dann denke ich an einen Rammstein-Lied (böse, böse).
Coca Cola, sometimes war. (This is not a love song.)
Was soll ich sagen?! Ich liebe Schlager!
//
Ich kämpfe immernoch mit der Formatierung dieser Internettextesammlung. Damit müssen der Autor und die 1,25 Leser hier wohl leben lernen. Seien wir optimistisch, irgendwann wird alles besser werden. Bestimmt.
//
A pro pos I am loving it.
Richtig desolat: Der Kindergeburtstag bei der Fressmöwe. Ich sitze im Dienstbenz auf dem Beifahrersitz und warte auf meinen Kollegen. Sechs Kinder im Alter von vier bis sechs, alle bereits mit Doppelkinn und gerade im absoluten Zuckerrausch. Irgendwie sehen die Kids alle aus wie JD Vance. Hillbilly Fressorgie. Sich so richtig Bewegen, im Sinne von Herumlaufen, tut der Nachwuchs nicht, er sitzt am Tisch und entfaltet dabei einen interessanten Ganzkörpertremor, die aufgenommenen Kalorien müssen sofort in Muskelaktion umgesetzt werden. Augen mit Myiadrisis, Maul aufgesperrt, Pommes, welche gleichzeitig zu labberig und dennoch steinhart sind, inhalierend und dennoch in der Lage Menschentöne aus der Hölle zu fabrizieren. Oberhalb der Sprunggelenke sind die kleinen Fettbeinchen schon so gewölbt, wie sonst bei alten Frauen mit globaler Herzinsuffizienz und Beinödemen (aus denen das Wasser suppt). T-Shirts mit Superheldenmotiven straffen sich über dicke Bäuche, aber die Kids sind zu fett zum Fliegen.
Das ist das kindliche Equivalent zum Teenager-Komasaufen. Die Eltern könnten den Kindern zum sechzehnten Geburtstag auch eine 5€-Flasche Wodka und zwei Packungen Eistee der Kaufland-Eigenmarke (1x Pfirsich, 1x Zitrone, because capitalism is about choices!) hinstellen und um ganz ehrlich zu sein: das werden sie wahrscheinlich auch tun.
Papa hat dreiviertel-Cargohosen an, aus einer Seitentasche baumelt ein ellenlanges Schlüsselband. Lange nicht mehr gesehen, sowas. Schlüsselbänder scheinen aus der Mode gekommen zu sein. Auch er: Fettbauch. Weiße Socken aus Sneakern guckend, eine eng am Kopf ansitzende Sonnebrille und natürlich als Bart einen Goatee.
Die Mutter trifft es nicht viel besser. Ja, es ist Klischee. Nein, wir sind nicht im Osten! Das, liebe Mitbürger, das ist ein Etablissement im ach so schönen und aufgeklärten und ja niemals irgendeine schräge Partei wählenden Westen. Und ja, Mutti hat eine gefärbte-Strähne-Problemfrisur, auch sie fett, der Saum ihrer engen Stoffhose teilt das fette Abdomen gut sichtbar in Ober- und Unterbauch. Dann dreht sie sich um und das Universum bleibt für einen Augenblick stehen. Auf den unförmigen projiziert die enge Stoffhose in großen und sehr pinken Buchstaben das Wort JUICY.
Ich wünschte, es wäre Fiktion.
Aber diese Leute gibt es wirklich.
Coca cola, wunderbraaaa.
Der Geruch ging übrigens den ganzen Dienst nicht aus der Fahrerkabine.
//
Heute ist der 8. März, das ist der internationale Frauentag. Glückwünsche an dieser Stelle.
Außer an Frau vdL, „Condi“ Rice, Frau Kallas, Anna-„360°“-Lena, diese finnische ex-Regierungschefin, die jetzt für das Tony-Blair-Institut arbeitet, die fette Frau mit der JUICY-Stoffhose, meine Grundschulklassenlehrerin, welche keine Jungs mochte, die osteuropäische Notärztin, welche in einer komplett anderen Realität lebt als der Rest der Truppe, die indische Notärztin, welche entgegen jeglicher Indikation und dem Rat ihres Teams dem Patienten Benzos drückt, sich dann in die Ecke stellt und fröhlich dabei zuguckt, wie wir mit dem jetzt auf Aggromodus umgestellten Patienten kämpfen dürfen (paradoxe Reaktion). Und natürlich Frau Reichinnek mit dem dicken Audi, weil die wird sich selbst heute schon genug feiern – und alle Egomuttis mit ihren Egolastenrädern.
Ich beglückwünsche hier die Männer, die es mit diesen Personen aushalten.
Liebe Frauen P, W, F, H, K und Frau Sch und viele andere: Die Welt ist mit Euch ein bessere Welt. Wahrlich!
//
Abfahrt!
