// Logbuch: 03mar26


// Krieg, Autos und die Linkspartei, Berlin werbefrei, dienstliche Doppelmoral

Guten Morgen, es ist Dienstag. Seit 3 Tagen ist im Nahen Osten wieder, neben dem anscheinend üblichen niedrigschwelligen Aufeinanderschlagen, das große Umherbomben angesagt. Die US-Regierung, allen voran der US-Außenminister, ist sogar so ehrlich und sagt, dass ihre derzeitige Operation EPIC FURY gar nicht durch irgendwelche Provokationen seitens des Iran ausgelöst wurde. Man fand einfach, es war ein guter Zeitpunkt wieder loszuschlagen. Zumal Israel augenscheinlich das auch vor hatte, also kann man ja mitmachen. Mitfahrzentrale, aber für Militäraktionen.

EPIC FURY ist ein Operationsname zum Augenrollen, der direkt aus den hochtnotpeinlichen xvormalsTwitterergüssen von Elon Musk kommen könnte. Die US-Beteiligung am 12-Tage-Krieg im Juni Zwanzigfünundzwanzig hatte den Namen MIDNIGHT HAMMER. Das ist immerhin schon lautmalerisch etwas netter, erzeugt auch gewisse Bilder im Kopf, quasi: ein gewisses Feeling. Postpubertär könnte man sogar an heiße Sommernächte mit sportlicher Aktivität denken. Andererseits erinnert es aber auch an Nachbarn, die meinen, kurz nach Null Uhr wäre der allerbeste Zeitpunkt zum Heimwerken gekommen.

Und geheimwerkt haben die Amerikaner.
Um die iranische Urananreicherungsanlage Fordow zu zerstören, wurden mehrere der größten konventionellen Sprengsätze im Arsenal der US-Streitkräfte genutzt, abgeworfen vom Tarnkappenbomber B-2 Spirit. Das Vorgehen war dabei durchaus interessant, nutzten die USA hier quasi Doktrin aus der Nuklearkriegführung gegen ein nukleares Objekt.

Die B-2, noch zu Zeiten des Kalten Krieges entwickelt und in Dienst gestellt, als der ganze Irrsin sich langsam dem Ende neigte, sollte mit ihrer geringen Radarsignatur die sowjetische Luftabwehr umfliegen (nachdem diese bereits durch vorherige Schläge mit Nuklearwaffen weitgehend gestört wurde) und im Hinterland mit nuklearen Freifallbomben unter anderem Kommandozentren der politischen Führung und der Raketentruppen angreifen. Genau wie die USA mit ihrem Cheyenne Mountain Complex (NORAD – North American Air Defense), verbunkerten die Sowjets diese Kommandozentren und errichteten dazu mehrere Komplexe, tief im Inneren der Ural-Gebirgskette.
Weil man zwar mit einer Nuklearwaffe gegebenenfalls nur die Eingänge und Belüftungen verschütten kann, aber nicht an den Bunker selbst kommt, plante man, das Zielobjekt quasi aus dem Berg herauszuschälen. Nuklear. Das Ziel wird sehr wahrscheinlich vorher schon durch eine (oder mehrere) Interkontinentalraketen (ICBM) getroffen, was oberirdische Antennen, Radaranlagen und die Zufahrten zerstört. Dann kommt die B-2, wirft die erste Atombombe ab, welche auch konstruktive Erdpenetrationsfähigkeiten besitzt, einen großen Krater schafft und bereits durch Druckwellen im Gestein auf den Bunker wirkt. Die zweite (und dann dritte und ggf. vierte) Waffe wird genau in diesen Krater gesteuert, erweitert ihn und gräbt mehr Erdreich aus und erzeugt wiederum Schockwellen. Dies sind so genannte Ground Bursts und erzeugen eine ganze Menge Fallout, weil ja viel Erdreich strahlentechnisch aktiviert und die Athmosphäre geschleudert wird, aber wenn man schon an diesem Stadium der Vernichtung angekommen ist, ist das quasi auch egal.
Und genau so hat man das anscheinend in Fordow (und Natanz) gemacht. Die B-2 wurde somit das erste Mal quasi in ihrer ihr zugedachten Rolle eingesetzt, wenn auch nicht mit nuklearer Munition.

Auch sonst erinnert der derzeitige Waffengang, genauso wie der im Juni 2025, an den angedachten nuklearen Massenmord des Kalten Krieges. Ballistic missiles, anti-ballistic missile defense, cruise missiles, layered air defenses, saturation attacks, etc pp. Die gleichen Logiken des Kalten Krieges werden angewandt, man hat aber etwas bessere Technik und es zeigen sich die Probleme, Vor- und Nachteile dieser Konzepte.

WAR! Uhh! Ahh! Whadde is id good for? (Absolutely nothing! AH!)

Als Resultat des Krieges im Juni 2025 hatte sich auch die IAEA, die internationale Atomaufsicht, massiv Vertrauen verspielt, wurden dem Hörensagen nach Daten über das iranische Atomprogramm an Israel und die USA durchgestochen.

In dem Konflikt zwischen den diversen beteiligten Regimen gibt es wahrlich keine besonders sympathisch hervorstechenden Seiten. Es bleibt nur die bittere Realität eines jeden Krieges seit den Massenheeren und dem wachsenden technischen Zerstörungspotentials des frühen 20. Jahrhunderts: es leidet die Zivilbevölkerung.

Fun Fact: Das iranische Kernkraftwerk Busher sollte eigentlich mal von der deutschen Kraftwerk Union (mit Deppenleerzeichen!), also der Siemens AG und AEG (beide produzierten auch: Wasserkocher, Waschmaschinen, Elektrolokomotiven) gebaut werden, aber eine kleine Revolution kam dazwischen.

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Während sich meine Ex, also meine Ex-Partei, durchaus ein paar Pluspunkte bei mir holen konnte (Mietendeckel, Wohnen, sowas), sich schick machte, Haut zeigte, um sich anzuschmiegen und ich, zumindest für kurze Zeit, wieder etwas wohlwollender wurde, ist sie natürlich auch wieder vollkommen in den Fettnapf getreten. Veganes Biopflanzenfett, aber per Dieselfahrzeug geliefert.

Es ergab sich eine kleine Episode, in der wieder, wo so oft im Leben, möglichst unangenehme Personen auftreten und leider das richtige sagen.

Heidi Reichinnek (redet zu schnell, das finde ich persönlich unangenehm) hat anscheinend einen Dienstwagen. Einen Audi A8 mit personalisiertem Wunschkennzeichen, nämlich ihren Initialen und ihrem Geburtsdatum. Sie hat übrigens am 19.04. Geburstag. Frau Reichinnek, ein Wort unter uns Roten: sie hören am 19.04. aber schon um pünktlich 23:59 local time auf mit dem Geburstagsfeiern, weil, nun, Sie wissen schon, am 20., da hat der, ja genau, der mit Bart…

Darauf hingewiesen wurde von einer noch viel furchtbareren Person, welche am 20.04., vermute ich, durchaus mal ein verschmitztes Glas Schaumwein runterspült, die aber hier einen sachdienlichen Hinweis brachte.

Das Fahrzeug ist ein Audi A8 50 TDI, mit einem „3,0l V8 Turbodiesel und 286 PS“ und Frau Reichinneks Wunschkennzeichen. Guten Morgen, einmal bitte Führerschein (ha!) und Fahrzeugpapiere. Irgendwelche eingetragenen oder nicht eingetragenen Umbauten? Hm, ok. Dürfte ich bitte mal ihren Verbandkasten und das Warndreieck sehen? Der ist abgelaufen, aber ich will mal nicht so sein. Alkohol getrunken vor Fahrtantritt? Naaa, kleines Glas Sekt nach dem Parteiempfang, ok. Andere Drogen? Nein? Sicher?

Frau Reichinnek ist nicht nur die Parteivorsitzende einer Partei, die es, durchaus zurecht!, auf große Dienstwagen abgesehen hat. Sie ist auch die „Medienstrategin“ dieser Partei. Und, entschuldigen Sie vielmals Frau R., dann ist die Dienstwagenaktion erst recht ein FAIL, wie man es heutzutage so schön sagt. Bitte folgen Sie mir zur Klärung eines Sachverhaltes.

Ich bin mir sicher, dass es sich sehr nett im Fond oder auf dem Fahrersitz eines Audi A8 50 TDI mit 286 P(D)S, der auf jeden Fall eine Vmax weit der Richtgeschwindigkeit deutscher Bundesautobahnen hat, sitzt. Vor allem, wenn es ein geleastes Modell der Marke „Politikerfahrzeug“ ist. Die Herren und Damen wird man kaum auf dem modernen Equivalent der Holzbänke der alten Berliner S-Bahnen (zB BR 477) Platz nehmen lassen.

Die Pressestelle der Partei Die Linke (hier auf diesen Seiten weiterhin mit PDL abgekürzt) konterte genau damit, dass es ja ein geleastes Fahrzeug sei und, dass ja auch andere hohe Mitglieder der PDL den PKW mitbenutzen würden.

Aber das ist einfach nicht glaubwürdig. Frau Reichinnek, Sie sind doch die „Medienstrategin“, da müsste das schlechte Bild einer „Sozialistin“ im fetten Dienstwagen Ihnen doch im Vorfeld medienstrategisch auffallen.

Weitere Argumente: Frau R. fahre sonst mit dem öffentlichen Nahverkehr, aber es gebe halt auch Sicherheitsbedenken. Gut, das leuchtet mir sogar ein. Die PDL ist durchaus streitbar und es gibt genügend irre Spinner da draußen, für die Frau Reichinnek (oder ihre hohen Mitparteimitglieder) ein geeignetes Ziel darstellen. Ich kann es verstehen, dass man sich Sicherheitsbedürfnisse erfüllt. Aber der Bürger, der es sich nicht leisten kann, einen fetten Dienstwagen zu mieten, hat diese auch! Das Resultat wäre dann, als politische Partei im politischen Prozess für sichere öffentliche Plätze und Verkehrsmittel zu sorgen. Einer Forderung, der sich die PDL, welche eine (auch historisch gewachsene) „all cops are bastards„-Grundstimmung zu eigen macht, eher entgegenstellt. Man leugnet in dieser Partei ja sogar das Vorhandensein von familienbasierter Organisierter Kriminalität!

Gut, fahren Sie halt mit dem Auto. Ich finde es nichtmal schlimm, dass sie mit dem Auto fährt oder gefahren wird. Zwischenfrage: Fahren Sie eigentlich selber oder haben Sie dazu einen Leibeigenen? Sie fahren doch hoffentlich wenigstens selber, oder?

Aber dann leasen Sie, bzw kaufen nachhaltig, ein kleineres Fahrzeug. Ich weiß ich weiß, heutzutage sind fast alle PKW riesige Schlachtschiffe. Soger der Mini Cooper ist größer als ein echter Geländewagen von vor 20 Jahren. Aber dennoch gibt es da Möglichkeiten! Ehrlicherweise wäre irgendein Kleinmodell, was sonst vom Pflegedienst gefahren wird, viel volksnäher und schon hätte man einen sehr offensichtlichen Faux-pas sofort umschifft. Die Dinger gibts sogar schon als Elektroauto!

Die Kiste kostet von der Stange wohl 130k€. Hundertdreißigtausend Euro. Nun, sagt die PDL, im Politbetrieb gäbe es ja gute Leasingraten, man würde ja keine 130 Tausend Eulen dafür auf den Kopf hauen. Bullshit. Egal, wie gut Eure Leasingrate ist, die große Medienvorsitzende und Parteistrategin fährt trotzdem mit einem 286 PS-Kübel durch die Gegend. Ist die Kiste gepanzert? Sieht ehrlich gesagt nicht so aus – und dann kann es auch die Pflegedienstmöhre werden! Zu schade, dass der Sitzkomfort leidet, zu schade aber auch!

Klar ist das nur ein Nebenschauplatz auf der Politbühne. Natürlich wurde das vor allem hervorgebracht, um die PDL im ganzen und Frau Reichinnek im speziellen mit etwas Dreck zu bewerfen. Aber die Existenz dieses Dienstwagens selbst und der Umgang mit der Kritik zeigt, dass bei der PDL keine Kongruenz von Fordern, Denken und Handeln besteht.

Und auch wenn der politische Gegner darüber feixt: nicht jeder, der diese Kritik äußert, ist „ganz klar ein Rechter“. Das möchte ich von mir beispielsweise nachdrücklichst zurückweisen!

Es gilt: kein Sex mit der Ex!

(Man kriegt Eiweißflecken aus den Polstern der Rücksitzbank auch nicht so gut raus.)

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Werbung ist doof. Finde ich. Finden andere auch, daher gibt es eine Bürgerinitiative, die sich „Berlin Werbefrei“ nennt, für die ich hier gleich mal Werben möchte. Unbezahlt. Gerade die riesigen Werbebildschirmtafeln sind eine wirkliche Verschandelung des Merzschen Stadtbildes, tauchen Plätze in unnatürliches, kaltes Kapitalistenlicht und zudem fressen die auch noch unnötig Strom. Sie und ich, wir, die Bürger, sollen immer schön sparen und auch ja an die Umwelt denken, aber na klar hauen wir Resourcen für unnützen Scheiß raus.

berlin-werbefrei.de

Sie müssen allerdings selbst etwas tätig werden: Sie werden wohl persönlich an einer der aufgelisteten Orte aufkreuzen dürfen, um da ganz physisch mit einem Stift auf einer Liste ihren Namen schreiben. Können Sie das noch? Mit einem Stift schreiben?

Es gilt auch hier: Unterschreiben Sie, sonst weinen Sie!

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Ein bisschen Doppelmoral gönne ich mir auch. Ich habe Zugriff auf einen Dienstwagen, den ich mir mit anderen Teile und den ich aber absolut nicht privat nutzen darf. Ja, es ist ein doitsches Markenprodukt mit einem Stern auf dem Kühlergrill und dem Lenkrad. Ja, ich werde gefahren. Zwischen dem Kollegen, der mich fährt und mir besteht ein Kompetenz- und Gehaltsgefälle und ich habe eine rechtlich gesicherte Weisungsbefugnis. Ja, der Dienstwagen kostet fast doppelt so viel, wie der von der PDL genutzte Audi. Aber hat weniger PS. Bei 220km/h würde sich die Kiste wahrscheinlich anfühlen wie eine alte Iljuschin Il-18 bei Eisregen, sollte das Fahrzeug diese Geschwindkeit überhaupt erreichen.

Ich hab den fettesten Benz auf der Seestraße, ihr Lutscher.

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Ich hoffe, dass das nötige Klettern unter irgendwelche U-Bahnzüge im Februar nicht zur Jahrestradition wird, außer ich wechselte zur BVG. Ich würde gerne zur BVG wechseln, wäre Bezahlung und Dienstplan und Betriebsklima nicht so beschissen und müsste man nicht dauernd zum Betriebsarzt rennen. Ich hasse Betriebsärzte! Nicht als Menschen an sich, ich hasse es einfach, untersucht zu werden.

Diesmal war es sogar noch etwas heftiger als das letzte Mal (wir berichteten). Aber: nach einem Tag war alles gegessen. 36h durchhängen, mit den Bildern im Kopf klarkommen (die mich nie wieder verlassen werden, sie werden nur blasser) und nach einer Nacht guten Schlafes war die Sache für mich geregelt.

Für den jungen Menschen, der die Kollision mit dem Großprofilzug überlebte, ist gar nichts geregelt. Ein vielleicht etwas übermütiger Abend und er wird nie wieder laufen können. Er hat von mir gar nichts mitbekommen, außer, dass in dem ganzen Chaos irgendjemand (ich) wenigstens kurz Zeit fand, seine Hand zu halten, welche er in Reaktion auch leicht zudrückte. Das Schreien wurde erst durch die Notfallnarkose überwunden. Ich wünsche Dir sehr viel Kraft!

Es gibt auch das Gegenteil. Im dunkelsten Hinterhof eines Neubauviertels halfen wir einem kleinen Wesen bei der Ankunft auf unserem wundersamen Planeten. Vier kleine Finger, die eine blau behandschuhte Hand griffen.
Ich habe noch auf dem Weg nach Hause in der S-Bahn, beim Einkaufen, beim Spaziergang gegrinst wie auf Droge, mich haben schon die Leute komisch angeschaut.

Das war aber auch nach 36h vorbei.

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Fahren Sie vorsichtig!


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