Logbuch: 23feb25 // Zum Kotzen


Heute sogar mit Links und Rechts! Ein paar Links gehen zu einem Blog, den ich bereits seit vielen Jahren lese (das war früher alles besser, wo sind die Rants; sonst stimme ich ja zu, aber diesmal geht es zu weit! Ich sag nur dislike! Jemand sollte Dich ans Jugendamt melden!) und der mich auch zu diesem Internettextesammlungsversuch verleitete (und natürlich darf geschossen werden). Aber kommen wir zum Einsatztagebuch und den Rechten.

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Ich bin der Linke, mit dem Nazis reden. Der Horror. Die Querfront.

Im Laufe meines Lebens durfte natürlich auch ich absolute Kackjobs machen, um Geld einzusammeln, was ja nun leider zum einem halbwegs würdigen Überleben in dieser Kapitalistenwelt nötig ist.

Bei einer dieser Arbeitsstellen traf ich an einem eiseskalten Hellersdorfer Wintermorgen (Lewis-Lewin-Straße, wer es kennt, weiß Bescheid) auf einen Kollegen, der sich in jungen Jahren in der Hooliganszene einfand und von dort nahtlos in eine Neonazi-Gruppe überwechseln konnte. Im Verlauf kam es zu Frau und Kind und er benahm sich etwas bürgerlicher, die Ideologie blieb. Verschiedene Rohheitsdelikte, vor allem im berauschten Zustand, gehörten dennoch noch nicht der Vergangenheit an. Und so standen wir uns in aller dunkler Frühe plötzlich gegenüber. (Bei richtigen Kackjobs stehen Sie vor allen anderen auf und fangen vor allen anderen Bürgern an zu arbeiten. Wenn Sie an Sonn- und Feiertagen arbeiten, was sie absolut tun werden, sind das dann gerne mal 16h-Doppelschichten. Um Personalkosten zu drücken. Ohne Freizeitausgleich.) Er trat dicht for mich. Jep, jetzt gibt es aufs Maul, dachte ich. Mit einer Pranke von Hand drückte er mich gegen eine Wand und sagte: „Ich weiß, dass du ein dreckiger Roter bist.“ Ich sagte nichts, nickte nur, denn das konnte ich wahrlich nicht verneinen. „Aber du bist gegen das Establishment. Gegen das System, gegen die Arschlöcher da oben. Das kann ich respektieren. Für mich bist du in Ordnung. Wir werden keine Probleme haben.“

Wäre ich eine Antifa-Zecke gewesen, hätte die Situation möglicherweise einen anderen Ausgang gehabt. War ich aber nie. Ein bisschen Anarchismus macht das Leben spannender, aber es ist einfach nicht mein ideologischer Einschlag. Der Anarchismus muss gut geregelt sein. Achten Sie mal drauf, die meisten modernen Anarchisten vertrauen dann doch auf die staatliche Rückfallebene. Mir war Lenin schon immer näher als Nestor Makno, der zeitweise gegen die Revolution kämpfte und über den sogar die Schergen der Tscheka (selber nicht gerade zart besaitet) sagten, dass es mit dem Foltern auch irgendwannmal reiche. Pippi Langstrumpf ist in diesem Haushalt unter Vorbehalt. Pippi Langstrumpf würde für die Konterrevolution kämpfen, so lange ihr dabei infinite jest gewährt werden würde.

Solche Begegnungen, allerdings mit weit weniger Körperkontakt, passierten mir mehrmals. Auch Kollegen mit sorgsam versteckten konservativen bis rechtsnationalen Ansichten offenbarten sich mir. Irgendwann musste ich mir bei mehreren langen Spaziergängen Gedanken machen, warum die gerade mit mir reden. Bin ich näher am nationalen Gedankengut als mir lieb ist und damit ein guter Ansprechpartner?

Aber ich denke, die Antwort ist einfacher und für mein Gewissen schonender: Sie können sich bei mir einfach auskotzen. Ich kann das ab. Auch das echte Reiern, neben mir können sie es alles einfach rauslassen, während ich mir dabei ein Schokoriegel reinziehe. Was ich nicht mache, weil es schon etwas unhygienisch ist zu essen, während da so die Kotzespritzer rumfliegen. Aber ich bin dazu nachgewiesenermaßen in der Lage. Ey, es geht hier im Blog auch mal um Modellbahnen, aber das heißt nicht, dass das hier die heile Welt des, keine Ahnung, Modellbahnvereins Krusendorf e.V. ist, was sie nach dem letzten Artikel vielleicht merkten. (Die Eisenbahn und der Tod schütteln sich seit Anbeginn des Schienenverkehrs die Hände. Wir werden auf diesen Internetseiten noch darauf zurückkommen.)

Der Erdball mag rund(-lich) sein, Leben aber hat Ecken und Kanten und manchmal spritzen biologisch-organische Dinge herum.

Ich sehe mir das hochgewürgte Endresultat auch an. Kurzer Blick in den Plastebeutel mit dem stabilen Ring: BASF-mäßiges Chemiegrün, bisschen Gelb, gelb-weiße faserige Masse, braune Klumpen. Also Apfelstücke und: ist das Erdnussbutter? Erdnussbutter mit Apfel? Braun-Grün? Dazu Pfefferminzschnaps? Wie feddich seit Ihr alle? Hier, pusten Sie mal. WeiterweiterweiterweiterDanke. 2,49.

Und das ist mit der politischen Ausrichtung der Mitmenschen auch so. Raus damit, rein in dem Beutel, dann kann ich da mal kurz nachgucken, ob das noch gesund aussieht. Das tut es häufig nicht.

Jetzt haben wir in der „politischen Kultur“ der BRD ein Problem. Dialog wird als Zustimmung gewertet. Bei den Grünen ist das mehr der Fall als bei der SPD als bei der CDU. Laut den Grünen ist das Hören von Argumenten und Sorgen von zB AfD-Wählern ohne sofortiges kreischendes Dagegenhalten schon Zustimmung zum Nationalsozialismus. Das geht nicht, das ist politisch unhygienisch, bereitet nationalem Populismus Nährboden und außerdem sind die sowieso alle minderbemittelt, ansonsten würden sie die Genialität von Robert Habeck sofort erkennen, denn Grün wählen ist doch gesunder Menschenverstand. Alles andere ist somit kranker Menschenverstand. Psychiatrisch auffällig. Entartet.

Aber mit Ankreischen fangen Sie keine Füsche. (Der Berlin-Brandenburger spricht das so aus. Fisch/Füsch. Tüsch. Ne Müsche machen. Fällt einem erst auf, wenn sie mal mit jemandem sprechen, der tatsächlich Tiesch sagt.)

Nützsche, äh, Nietzsche. Wenn du zu lange in die Kotze starrst, starrt die Kotze auch in dich. Aber das muss man machen. Ich hatte einen Kollegen, der war so ein Verschwörungsantisemit. An sich hatte er keinerlei biologistische Abneigungen gegen Juden, die waren für ihn rassekundlich jetzt nicht besser oder schlechter als andere Menschen. Es gäbe wahrscheinlich auch nette Juden. Aber, der Joode, dör stöckte halt schonn hintör allem. Ond Göld ond Gold hat ör auch, der Joode. Auch die Nachrichten, eigentlich alles an Medien, werden durch den Jooden an söch ferngesteuert damit…

Ja, warum eigentlich? „Wahrscheinlich wegen Geld. Darum gehts immer. Wir sollen weniger haben, damit die mehr haben. Die Juden.“ KEULE. Du bist so nah dran. So nah.

Am Anfang druckste er noch so rum. Der Jude. Na los, hau raus. Wir sind hier unter vier Augen, mir kannste das sagen. Der Jude, das Geld, die Medien. Darfste nix gegen sagen.

Und natürlich muss man dagegenhalten. Aber man muss da doch operativ herangehen (vgl. Unterschied taktische, operative und strategische Ebene). Jetzt redet er wenigstens noch mit mir und versteckt nicht, was er denkt. Und da kann ich doch ansetzen. Noch habe ich ihn an der Strippe und einfach empört den Hörer auflegen nützt gar nichts. Ruhig bleiben hilft. Zuhören und einerseits Punkte finden, wo man ihn ködern und in eine andere Richtung lenken kann und andererseits Punkte finden, wo man gegenhalten muss. Also habe ich mir Zeitungsartikel über die ewigen Streitigkeiten des Berliner Zentralrates der Juden herausgesucht. Dazu kam, dass wir in das Pflegeheim, das irgendwie dem Zentralrat angegliedert ist, fahren durften. Und Leute, das ist eines der im wahrsten Sinne des Wortes beschissensten Pflegeheime dieser Stadt. Wenn Sie das marode Haus betreten, dann riecht es schon im Eingang nach dem billigsten verfügbaren Desinfektionsmittel und nach Harnwegsinfekt. Die sehr deutschen Vereinsmeiereien des Zentralrates und das Pflegeheim Marke „Aus den Augen, aus dem Sinn“ konnte ich wunderbar nutzen, um ihn zu fragen, ob so die alles kontrollierende Elite aussehe. Und es hat gewirkt. Es hat gedauert, denn man muss ja Leuten zugutehalten, dass Meinungen und Überzeugungen nicht einfach so abgeworfen werden können. Aber es hat am Ende gewirkt.

Bis meine Bildungsoffensive überholt wurde von der militärischen Offensive der Israelischen Selbstverteidigungsstreitkräfte, die als Antwort auf den Hamas-Angriff am 7. Oktober 2024 anfing, Gaza platt zu machen. Jegliche Kritik am Bombenwerfen sei ja bereits eine Infragestellung des Existenzrechts Israels. Darfste nix gegen sagen, gegen das endlose Umherbomben. Fuck. Danke, liebe Medien und „politische Kultur“ und Staatsräson. Mit dem Gekreische seit ihr mir in meinen Bemühungen schön in den Rücken gefallen.

(Israel-Palästina ist übrigens ein Konflikt, bei dem ich mir als Rote Socke einfach nur gründlich die Hände waschen gehe.)

Jetzt ist es zu spät. Zehn Jahre und mehr haben sich die etablierteren Parteien (diese Phrase werden wir bald entsorgen, denn die AfD ist jetzt auch eine etablierte Partei, ob man das jetzt mag oder nicht) erfolgreich geweigert mit dem gefrusteten Bürger auseinanderzusetzen und zu ergründen, wo denn nun der Schuh drückt. Sich mit jemandem zu Unterhalten bedeutet doch nicht, dass ich die Meinungen des Gegenübers übernehme oder legitimiere. Ich erfahre einfach nur, was der so denkt. Und wenn ich mit diesem Menschen irgendwie auf eine ruhige Art interagieren kann und ihn als Mensch nicht einfach abtue, dann kann ich auch intervenieren.

In so genannten Kommentarspalten im Internet (jaja, ich weiß) ergießen sich Anhänger „links-liberaler“ Parteien sogar in Rhetorik, die ich sonst aus Göbbels-Reden kenne. Da werden Mitbürger mit dem falschen Wahlverhalten rundweg als „Untermenschen“ tituliert. Zwar irgendwie ein homo sapiens, aber weniger wert. Das ist weder links noch liberal und in keinster weise zielführend, aber jetzt wiederhole ich mich.

Ihr habt das verbearbockt, liebe Leute. Bei diesem politischen Verkehrsunfall, der die heutige Bundestagswahl werden wird, versprochen, habt Ihr Teilschuld. Denn: die Dashcam zeigt, dass ihr den Rückwartsgang eingelegt habt, ohne Euch ausreichend zu versichern, dass andere gefährdet werden. STVO §9 Absatz 5. Und dann seit Ihr dem Hintermann voll aufgefahren und beschuldigt jetzt ihn, dass er Euch aufgefahren ist.

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Wie also umgehen mit der Partei Ah eff Dee?

Das ist doch ganz einfach. Wir machen die fertig. Wenn diese Demokratie so gut ist, wie behauptet (ist sie nicht), dann müsse es sich doch gebieten auch so richtig ins Gefecht der kombinierten Waffengattungen zu gehen. Bekämpfen wir die Struktur und die Rädelsführer, nicht den Bürger.

Keine Angst vor Populismus, Populismus ist nichts schlimmes. Wir kombinieren Populismus mit formeller und inhaltlicher Kritik und nehmen deren Wahlprogramm so auseinander, dass am Ende jeder Rechtsschreib- und Grammatikfehler in dem Schriftstück an sich angekreidet ist und zeigen auf, wo sie schon formell im deutschsein versagen. Die Partei ist die Partei der Klein- bis Großunternehmer und jede Forderung, welche dem Bürger Schaden zufügen wird, wird erst unter das Mikroskop und dann ins Rampenlicht gezerrt, damit jede Arbeitskraft mit Mindestlohnjob, jeder Bezieher staatlicher Leistungen versteht, dass Wahlerfolge oder gar Regierungsbeteiligungen dieser Partei für ihn existenzgefährdend sind. Es ist die Partei der launischen und berufsalltagskontrollierenden Chefs, die sich den dritten Thailandaufenthalt des Jahres und den wirklich hässlichen BMW-SUV gönnen, während Sie rechnen dürfen, ob sie mit den Kids mal in den Freizeitpark oder zum Fast Food-Verteiler gehen oder ob Sie sich überhaupt die Kindertagesstättengebüren leisten können. Praktischerweise schlagen sie damit gleich zwei Fliegen mit einer Artilleriegranate: Die arbeitnehmerfeindliche Politik und deren ach so traditionelles Familienbild. Während es Frauen (oder Männern) absolut vergönnt sein soll, sich als Hausmensch zu betätigen, haben viele Frauen tatsächlich gar keinen Bock als Geburtsorgan und Reinigungsbioroboter das Leben zu fristen. Vor allem im Osten, wo die Emanzipation der Frau doch erheblich zügigere Fortschritte machte als in der ach so freien BRD.

Einschub, Beispiel: Als es in den alliierten Besatzungszonen Berlins noch eine Straßenbahn und zonenübergreifenden Verkehr gab, mussten Straßenbahnen aus der sowjetischen Zone an der Grenze anhalten und die Fahrerin musste aussteigen und ein Mann übernahm die Fahrtätigkeit. Straßenbahnerinnen waren im Westteil nicht erlaubt! In der SBZ: normal. Eine DDR-Serie aus den 80ern über die Berliner Verkehrsbetriebe BVB hatte vollkommen selbstverständlich eine Frau -und diese wunderschönen Tatra KT4D-Bahnen- als Protagonistin. Sözialismüs wirkt. Hier und da. Bis zum Ende dieser Bahnen waren die hohen Treppen kein Problem (außer für Rollstuhlfahrer). Jeder Berliner (egal ob im Anzug oder Blaumann) hat, wenn die Mutti mit Kinderwagen einstigen wollte, einfach angepackt. So nebenbei. Selbstverständlich. Aber es gibt nicht mehr so viele Berliner.

Zurück zur AfD. Also erstens nimmt man deren Inhalte auseinander und haut dann öffentlich und kräftig so richtig drauf. Das hat man, seit dem die Partei den Lucke da rausmobbte, vollkommen unterlassen. Die AfD muss daneben stehen wie ein Kind, dessen Ball gerade vom Lastwagen kaputtgefahren wurde. Heulend.

Dann das Personal. Das ist doch eine Schießbudenfigur nach der nächsten, das wäre ein politisches Marianen-Truthahnschießen. Nehmen wir die große Vorsitzende Alice Weidel. Dass da keiner die Eier in der Hose hatte diese Frau zu demontieren. Erstens kann diese Frau nicht frei sprechen. Sie kann geschriebene Reden vortragen und sogar das fällt ihr schwer. Frau Weidel hat einfach nicht die Stimme dazu. Gucken Sie sich die Reden mal an. Wenn die Weidel versucht nachdrücklich zu sein und Pathos, vielleicht sogar etwas Gravitas, in ihre Ausdrucksweise zu bringen, dann wird sie zwar lauter und schneller, aber da ist überhaupt kein Bums dahinter. Das gleiche Problem hat Frau Wagenknecht auch. Beide versuchen hier eine Person zu sein, die sie sehr offensichtlich nicht sind. Alice Weidel will inzwischen eine Trump’sche Krachmacherin sein, zu der ihr aber die Scharfzüngigkeit des Originals fehlt.

Zweitens: Anders als bei Frau Wagenknecht, welche sich wenigstens im Gespräch ruhig und auch diszipliniert verhalten kann, ist auch der Dialog eine echte Schwäche von Frau Weidel. Schon im neutralen Gespräch verzettelt sie sich schnell. Aber wehe es gibt garstig Widerwort oder nur Nachfragen. Darüber allein schon scheint Alice Weidel jedes einzelne Mal schon empört zu sein, dass sich es einer wagt ihr zu widersprechen. Sie wird dann fahrig, erzürnt, redet schnell, versucht ihr Gegenüber ständig zu unterbrechen. Überhaupt andere Ausreden lassen scheint ihr unmöglich zu sein. Sie ist nicht fähig, eine strukturierte Argumentationskette aufzubauen, ohne dass ihr das vorher aufgeschrieben wurde und sie die Notizen zur Hand hat.

Der Hummerfrau Sahra Wagenknecht merkt man die innere Anspannung bei der Konfrontation ebenfalls an. Ihre baseline ist eine angespannte Ruhe, sie kennt sich aus mit den Themen über die sie redet. Bei länger andauernden Fernsehtalkshows, beispielsweise, wirkt sie irgendwann gefrustet, vor allem, wenn auf ihre Argumentation gar nicht eingegangen wird, sondern nur wirres „aber äääääh Putin“ von der austauschbaren ÖRR-Fresse kommt. Das sollte sie lockerer nehmen. Aber so ist sie halt nicht. Ich glaube, nach solchen Terminen sitzt Sahra Wagenknecht erstmal einen halben Tag in einem stillen Raum, um ihre Batterien aufzuladen. Frau Wagenknecht und ich haben etwas gemeinsam, was sie mir sehr sympathisch macht: in unseren Schulzeugnissen stand stets „hatte Schwierigkeiten, sich in den Klassenverband einzufügen“.

Aber zurück zu Frau Weidel: Unsouverän, schnell aufgewühlt, keine klaren Gedanken. Und dazu kommt, dass sie so wirkt, als ob ihr überhaupt jeder Kontakt unwürdig ist. Wollte ich Alice Weidel mit einem Stereotyp vergleichen, dann mit dem der dauerpikierten, dauerempörten Prenzlauer Berg-Mom mit teurem Kaffeemischgesöff und schwäbischem Dialekt.

Drittens: Kombiniert mit dem Aufzeigen des arbeitnehmerfeindlichen Wahlprogrammes tischen sie auf, wo Frau Weidel vorher arbeitete. Als Unternehmensberaterin und davor bei internationalen Finanzinstituten. Heuschrecken. Notleidende Banken. Es ist stark anzunehmen, dass solche Leute in keinsterweise daran interessiert sind, an Stelle sich ihre Finanzströme zu sichern, den Bürger finanziell robust auszustatten, was auch immer wieder bewiesen wird. Der Genosse der Bosse, klingelt da was? Bisher halten sich diese Institute noch an solch kaputte Typen wie den Merz (dessen Brillengestell dem von Frau Weidel sehr ähnelt) aber sobald die AfD auch nur irgendwie hoffähig wird, werden da schon die Hände geschüttelt werden. Garantiert.

Und wo zahlt Frau Weidel eigentlich ihre Steuern? In der Schweiz. Frau Weidel sagt, dass sie in der Schweiz lebt, weil ihr tägliches Leben in der BRD durch ihre AfD-Tätigkeit erschwert wird. Da geht es wohl Anfeindungen im Alltag, ihre Lebenspartnerin kann als Künstlerin keine Aufträge finden. Einerseits finde ich es nicht gut, dass Leuten ihre politische Einstellung zum beruflichen oder alltäglichen Hindernis wird (außer bei so Glatzenneonazis und Investmentbankern), andererseits: Tja.

Sie will Bundeskanzlerin der Bondesrepobl…. bla bla der BRD werden. Und dazu sollte Frau Weidel a) hier ihre scheiß Steuern vollentgeltlich zahlen, wie wir alle hier auch und b) dann muss man mit dem Gegenwind leben. Aber gut, wir wissen, mit Gegenwind hat es Frau Weidel nicht so.

Bleibt cool, redet mit den Leuten, die AfD wählen wollen, werft Euch auch mal in den Schmutz mit denen. Ich mache das auf Arbeit so (wenn ich danach gefragt werde, weil keiner mag Missionare): Sprechen mich Kollegen auf die AfD an, sage ich denen warum ich die für einen Scheißverein halte und zwar nicht auf die „uuuhhhmmm das ist aber problematisch“-Art. Ob diese Partei konservativ oder rechtsextrem ist lasse ich dabei auch vollkommen außen vor, weil das nicht zieht. Auch in meinem Umfeld kenne ich viele „Menschen mit MiGraHu“, die auch auf Grund des öffentlich eher wenig sozialkompatiblen Auftretens migrantischer Gruppen sehr offen zu ihrer Sympathie für die AfD stehen. Denen ist das Label „Rechtsextrem“ total scheiß egal. Damit können sie Leute wie mich rumkriegen, bei denen zu Hause im Kindesalter Konstantin Wecker auf Schallplatte lief.

Aber jetzt kommt das wirklich wichtige. Sie müssen richtig gute Politik machen. Für den Bürger. Denn für den existiert der Staat und die Politik, nicht andersherum. Staat, Politik und der angeschlossene Zirkus nehmen uns als Menschen nur noch als Wahl- oder Zahlvieh war. Annalena Bearbocks Satz „Egal was die deutschen Wähler denken.“ ist unglaublich bezeichnend und hätte eigentlich in der politischen Selbstvernichtung enden müssen. Sie müssen aufhören, dem Bürger zu erzählen, dass seine Leistungen gekürzt, seine Krankenkassenbeiträge, Ausgaben für Fressen, Fahren, Ficken (bzw das Resultat daraus: Kinder) immer höher werden, der Staat da aber nix, wirklich gaaaar nix, machen kann, während wir Sondervermögen mit vielen Stellen vor dem Komma für Abknallen und Wegbomben ausgeben. Was ja nötig ist, da die Tätigkeit mit dem geopolitischen Nachbarn zu reden, so genannte Diplomatie, inzwischen wieder als Wehrkraftzersetzung angesehen wird. Sie müssen für gute Schulen sorgen, dafür, dass der staatliche Apparat funktioniert, auf den der Bürger per Gesetz angewiesen ist, zB wenn er seinen Personalausweis verlängern lassen muss oder seinen CE-Führerschein. Oder so richtig simple Sachen: dass Baustellen irgendwannmal fertig werden.

Wat? Ist der Schreiber hier total abgedreht? Fertige Baustellen gegen die AfD? Janeinvielleicht, denn der Alltag bestimmt die politische Einstellung der meisten Bürger doch ungemein und wenn Sie zwei Jahre lang einen beschissenen Arbeitsweg haben, weil der Bezirk mit einer einfachen Straßenbaustelle nicht zu Rande kommt und Sie dass dann noch an jeder Ecke Ihrer Heimatstadt erleben, dann stellt sich irgendwann die Frage, ob hier in Preußen überhaupt noch irgendeiner irgendwas voranbringt. ÖPNV-Fahrpreise, das gleiche Thema. Jahrelang gingen die Preise stetig nach oben, während sich Verkehrsgesellschaften, allen voran die Deutsche Bahn , ein Ding nach dem Nächsten leisteten. In Berlin stand mal fast der komplette S-Bahnverkehr still und zahlen durften wir alle trotzdem. Deshalb fahr ich inzwischen Auto. (Bonus: Eisenbahncontent beim Maschinisten)

Sie müssen für öffentliche Sicherheit sorgen. Ich will das Thema hier gar nicht breittreten, das ist für einen anderen Beitrag vorgemerkt, aber auch wenn die Kriminalstatistik einen signifikanten Rückgang jeglicher Kriminalität verzeichnet, ist das Bild auf der Straße doch ein anderes. Es wird ja auch nicht alles polizeilich bearbeitet oder erfasst, ergo: hohe Dunkelziffer. Und die Abgefuckten, die Gewaltbereiten, die Kleingruppen mit Diebstahltätigkeit, die Großgruppen mit ihren Massenschlägereien (Glauben Sie nicht, dass sie von jeder Massenschlägerei zB in den Nachrichten hören. Das läuft inzwischen häufiger im Alarmfax auf, als Sie denken) sind mehr geworden.

Nur wenn Ihre Propaganda mit glaubwürdiger Politik (und glaubwürdigem Personal) begleitet wird, können Sie solchen Bewegungen wie der AfD begegnen. Verbieten et al bringt auch nichts, das macht Ihre Demokratie nur unglaubwürdig.

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Ich habe lange überlegt, wo ich denn nun meine Kreuze machen werde. Tatsächlich bei der BSW? LINKE? Gar nicht wählen, was diesmal wieder eine reelle Chance bei mir hatte. Weil auch bei diesem Wahlkampf möchte ich mir eigentlich nur die Hände waschen gehen und mich abwenden. Aber am Ende ist es mir wichtig, dass die AfD (und die Grünen und die Union) im Sitzverhältnis etwas gedämpft werden. Meinen Wahlkreis hat keinen BSW-Kandidaten, aber einen von den LINKEN (der auch wählbar wirkt). Meine Erststimme wird wohl an den Kandidaten der LINKEN gehen und meine Zweitstimme an die BSW, denn ich hoffe, dass es diese Partei in den Bundestag schafft. Eigentlich möchte ich, dass beide Parteien da sitzen. Eigentlich eigentlich hätte ich mir eine größere LINKE mit mehr BSW-Ausprägung erhofft. So richtig eigentlich wünsche ich mir eine komplett andere „politische Landschaft“.

Meine Prognose:
Friedrich Merz wird sehr überraschend nicht Kanzler.
Olaf Scholz wird auf absehbare Zeit das Amt kommissarisch weiterführen, jegliche Koalitionsgespräche werden langwierig verlaufen und scheitern.
Es wird Neuwahlen geben.
Es wird Rotwein geben.

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Ein mir befreundeter Feuerwehrmann, der schon schwer verletzte Kameraden aus dem Feuer ziehen musste, merkte mir gegenüber an, dass er speziell ein Wahlplakat der FDP („Gib alles für Deinen Job“) unter dieser Präsmisse sehr zynisch finde. Angesichts der mir immernoch dann und wann im Kopf herumschwirrenden, aber nun unschärfer gewordenen, Bilder eines U-Bahnsuizides mag ich ihm zustimmen.

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Während ich jetzt hier stehe, merke ich, dass ich immernoch den Plastikbeutel mit dem stabilen Rand und der Kotze drin in der Hand halte. Ich geh das mal wegwerfen und mir die Hände waschen.

Schönen Wahlsonntag.

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Okay, als Digestiv gibt es noch Winter in der Präfektur Fukui Japan…

… und elektrische Industrieschmalspurbahnen aus Russland.

Sieht aus wie die EL-3, die in Hennigsdorf für die Lausitzer Tagebaue gefertigt wurden. Ok, jetzt aber. Tschüss.

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