Logbuch: 13oct24


Huch, es ist ja so leer hier. Zeit, das wieder zu ändern.

Mein junger Kollege hat vor einiger Zeit fast einen Fahrradfahrer mit unserem großen Dienstwagen umgenietet. Der Radfahrende hatte kein Helm, kein Licht, war in der Dämmerung dunkel gekleidet und fuhr entgegen der in der BRD gebräuchlichen Fahrtrichtung und – um das Radfahrerbingo komplett zu machen – auf dem Gehweg bei für ihn ROT zeigender Lichtzeichenanlage in eine Straßenkreuzung ein. Diese Kreuzung ist mit üppigen Radwegen in alle vier Richtungen ausgestattet.

Hätte der Kollege nicht schnell und gut reagiert, hätten wir den sich umwelt-, aber nicht STVO-bewusst fortbewegenden Menschen volle Kanne erwischt. Danach hätte der Fahrradfahrerverband wahrscheinlich eines dieser weißen Geisterräder aufgestellt und die mörderische Infrastruktur vor Ort, die Existenz von Kraftfahrzeugen und überhaupt von Straßen angeprangert.

Wie der ehemalige AfD-Abgeordnete Oberst a.D. Georg Pazderski im Rahmen seines Einzuges in das Berliner Abgeordnetenhaus damals sage: „Was man fühlt ist Realität.“ Ein kontextlos etwas wirrer Ausspruch, aber – und so sehr es mich etwas schmerzt einem (ex-)AfDler zuzustimmen – ein bisschen Recht hatte er damit schon. Zum wirklichen Problem wird es halt, wenn die gefühlte Realität mit der realen Realität nicht mehr kongruiert. Was, wie ich fühle, beim ADFC häufig der Fall ist.

Ich durfte bereits bei der Abarbeitung mehrerer auch in bundesweiten Medien publizierten Berliner Fahrradunfälle beteiligt sein. Und wenn sie dieses Erlebnis schonmal hatten: Ein Ereignis an dem sie teilnahmen, werden Sie in der (gefühlten?) Medienrealität nicht wiedererkennen. So auch der Themenkomplex VKU KfZvsFahrrad.

Und wenn Ihnen ein Fahrradfahrer mal erzählt, dass ein Lastkraftwagen eigentlich keine „toten Winkel“ hat, dann lassen Sie sich von diesem Radfahrenden mal den Führerschein die Fahrerlaubnis zeigen und dann gucken Sie mal, ob da jenseits von „Klasse B“ noch etwas eingetragen ist oder … eher wahrscheinlich nicht.

Es ergeht auch die Mär, dass Fahrzeuglenker Fahrradfahrer mit Helm eher gefährden als Fahrradfahrer ohne Helm. Weil wohl der unterbewusste Gedanke bestehen soll, dass der Behelmte ja durch seinen Helm bereits besonders geschützt ist. Ah ja. Daher leitet sich bei einer nicht unerheblichen Anzahl von Radfahrern (auch bei ADFC-Leuten) ab, dass es daher irgendwie sicherer sei, eher keinen Helm zu tragen.

Um auf diese Logik zu kommen, muss man wahrscheinlich ohne Helm bereits einmal irgendwo aufgeschlagen sein.

Weil auch ich finde, dass Unfalltote/verletzte nicht gut sind, ergeht jetzt hier für Sie die folgende Servicenachricht. Unfall/Sturz mit Helm: gegebenenfalls vierundzwanzig Stunden zur Beobachtung im Krankenhaus. Unfall/Sturz ohne Helm: gegebenenfalls intubiert, beatmet, Zustand nach Not-OP auf der Intensivstation. Frau und Kinder weinen, aber: Sie schaffen es vielleicht in die Nachrichten!

Fahrradfahren ist gut und gesund, aber bitte, bitte, bitte achten Sie auf sich und ihre Umgebung (dazu gehört auch das Weglassen von großen allen Kopfhörern). Halten Sie sich an die STVO und den gesunden Menschenverstand. Tragen Sie einen Helm. Und duellieren Sie sich nicht mit großen, schweren Fahrzeugen; Sie werden verlieren. Der Straßenverkehr ist wirklich nicht der Bereich, in dem „Durchsetzen um jeden Preis“ angesagt ist.

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Man kann tatsächlich sagen, dass sich seit dem letzten Beitrag auf dieser Funkwelle die Bundesrepublik gewandelt hat. Ich würde sogar so weit gehen, es als historisches Ereignis zu bezeichnen.

Stefan Raab ist zurück.

Nein, darum geht es nicht. Es geht um drei Landtagswahlen in den „neuen Bundesländern“. Alle drei Wahlen waren für die „etablierten Parteien“ ein Desaster. Nur in einem Bundesland konnte sich die Regierungspartei behaupten – und das auch nur sehr knapp. In Thüringen wurde die Alternative für D’tschlnd sogar stärkste Kraft. Ansonsten ist das Wahlergebnis so jenseits der bisher gewohnten Dimensionen, dass Regierungsbildungen quasi unmöglich sind, weil auch Spaß- (FDP) und Kleinstparteien (Die Grünen) reihenweise aus den drei Parlamenten flogen. Quasi ein umgedrehtes weimarer Problem: Wir haben nicht mehr genug Parteien zur Koalitionsbildung in den Parlamenten und deshalb gewinnen die Faschisten.

Es ging so weit, dass sich Kommentatoren des Öffentlich-Rechtlichen Rundfunkes Gedanken um eine Koalition zwischen CDU und den Resten der LINKEN machten. Die Hölle friert zu. Katzen und Hunde usw usf.

Im durchaus schönen Brandenburg schaffte es die Partei der wechselnd und wahlweise als Stalinistin übelster roter Sorte oder aber Wegbereiterin sozial-nationalistischen Gedankengutes bezeichneten Sahra Wagenknecht aus dem Stand in eine immer wahrscheinlicher werdende Regierungsbeteiligung mit der SPD. Aber auch hier holte die AfD massiv Stimmen; drei Parteien, die sonst quasi zum Mobiliar des Landtages gehörten, dürfen sich jetzt als außerparlamentarische Opposition verstehen.

Das können Sie natürlich wieder überall nachlesen, aber ich wollte diese Realität für mich einfach mal dokumentieren. Die „deutsche Parteienlandschaft“ (ist hässlich und lädt nicht zum Wandern ein, eher zum Weglaufen) hat sich massiv geändert und die Politkaste ist derzeit in der Umgewöhnungsphase.

Die Grünenfraktion des Brandenburger Landtages hat sich dabei richtig in die Nesseln gesetzt. Es war für sie absolut unvorstellbar, nicht gewählt zu werden, hat doch Annalena Baerbock ihren BT-Wahlkreis im Lande. Aber es kam so. Aus, Aus, Aus, das Spiel ist aus… Und weil es für sie unvorstellbar war, wurden keinerlei Rücklagen gebildet, Mitarbeiter mit langen Vertragslaufzeiten (prinzipiell nichts schlechtes) eingestellt und langfristig wirksame Mietverträge für Büroräume geschlossen. Die Landespartei der Grünen im Land Brandenburg ist pleite. Die können sich nichtmal die Abfindungen für das Personal leisten. Ich finde das so unglaublich bezeichnend für die Grüne Partei (die übrigens den Wirtschaftsminister stellt, mal so nebenbei), dass ich mich einer gewissen Schadenfreude nicht enthalten kann. Oder wie ein Flagoffizier in der absolut furchtbaren Science Fiction-Serie „Picard“ ausspuckte: „Sheer fucking hubris.“

Katrin Göring-Eckhart sagte mal „Deutschland wird sich verändern und ich freue mich darauf.“ Freut sich die Dame immernoch?

Die Grünen prophezeiten dem Bürger, dass er sich und sein Leben ändern muss. Private Austerität. Nichts mehr mit Haus, PKW, Wegfliegen. Luisa Neubauer darf in den USA umherreisen um sich „Protestformen anzusehen“, aber wehe Sie kommen auf den Gedanken ihren viel zu kurzen scheiß Jahresurlaub irgendwo außerhalb ihres Bundeslandes zu verbringen oder mit dem Auto zur Nachtschicht zu fahren!

Und jetzt müssen die Grünen sich ändern, müssen feststellen, dass ihre Realität mit der Realität vieler Bürger nicht übereinstimmt. Der initiale Unglaube über die veränderten Verhältnisse hat bereits einem gewissen Pragmatismus Platz gemacht. Was mich zurück zu dem Zitat von Göring-Eckhart führt.

Frau Göring-Eckhart sprach dies im Jahr 2015 aus, als eine bisher nicht dagewesene Anzahl von Menschen nicht nur vor dem Bürgerkrieg in Syrien flüchtete und unter anderem an unseren Grenzen und in unseren Ortschaften auftauchte. Auch ich zählte damals, mittlerweile fast zehn Jahre her, zu den tausenden Helfern, welche die Neuankömmlinge empfing, unterbrachte, verpflegte. Schon in der ersten Woche traten die ersten Probleme auf, wurden kulturelle Kollisionen sichtbar. Nun gut, diese Menschen kamen aus einem anderen Land und mussten vielleicht in der bundesdeutschen Realität und ihrer neuen Lebenswirklichkeit ankommen. Aber es stieß schon einigen von uns Ehrenamtlichen etwas sauer auf, dass sich unsere Schützlinge zum Beispiel eher wenig bereit zeigten, zum Funktionieren der Unterkunft praktisch in irgendeiner Form beizutragen. Mehrere junge Männer fanden es schon ganz witzig, dass ihnen zwei schmächtige Helferinnen einer Hilfsorganisation schwere Thermobehälter mit warmen Essen anschleppten. Das wurde mit Lachen, Pfeifen und dann auch Zudringlichkeiten gedankt.

Und jetzt? Ist die Veränderung, auf die sich Frau G-E gefreut hat, eingetreten? Ja. Nur, dass sich der Bürger weniger freut.

In den letzten Jahren wurde viel spekuliert, fabuliert, gemutmaßt, warum denn der Bürger eine Partei wie die AfD wähle. Ich muss an dieser Stelle noch kurz reingrätschen und ganz klar sagen: Ich lehne diese Partei ab und ich wähle diese Partei nicht und ich werde sie niemals wählen. Aber der Grund für den Erfolg dieser Partei ist meiner Meinung nach relativ simpel: Viele Bürger haben einfach keine Lust mehr auf arabisch/türkisch-stämmige Menschen und ihre übergriffigen Verhaltensweisen in der Öffentlichkeit. Viele deutsche Bürger können übrigens zwischen Türken und Arabern (plakativ geschrieben) auch keinen Unterschied erkennen und es ist ihnen auch egal. Das mag ignorant sein, ist aber Realität, die anerkannt werden sollte.

Es ist in der Öffentlichkeit häufig sehr einfach zu sehen, woher Gewalt und Kriminalität einerseits kommen und eine an das Narzisstische grenzende Rücksichtslosigkeit andererseits. Dazu kommen ganz klassische Probleme, wie zum Beispiel eine Sprachbarriere. Ich erlebe es sehr häufig, dass ich dienstlich mit Familien konfrontiert werde, in denen keine einzige Person – auch eigentlich schulpflichtige Kinder nicht – die Landessprache beherrscht. Dazu kommt eine nicht unerhebliche Anzahl von migrantischen Personen, welche die hiesige Gesellschaftsordnung rundum ablehnen, was mich teilweise schon an irgendwelche abgehalfterten Reichsbürger á la Lothar Schittke, welcher im Kontakt zu den Aldebaranern stehen soll, erinnert.

Und ja, ohne diese Menschen rundweg dämonisieren oder diskriminieren zu wollen: das ist eine Gefahr für das Zusammenleben und die öffentliche Ordnung in diesem Land.

Es ist ganz klar deutlich geworden in den letzten Jahren: Die Integration ist vollends gescheitert. Sich in diesem Land tatsächlich zu integrieren, als „einer von uns“ angesehen zu werden, ist unglaublich schwierig. In diesem Land werden Sie nicht einfach mal so „ein Deutscher“. In den USA können Sie das. Wenn Sie nicht total auf ihre Identitätspolitik abfahren, dann können Sie sogar als Neuankömmling der ersten Generation irgendwann sagen „Yes, I am an American.“ und werden so auch akzeptiert, insofern Sie sich auch wie ein US-Amerikaner benehmen. Ich befürchte, dass man in der BRD auch dann weiter „einer von denen“ ist, sollte man sich so unglaublich deutsch verhalten, dass Wilhelm Busch Schwierigkeiten hätte, das zur Satire aufzupusten. Siehe Cem Özdemir. Klares Urteil: ’n Türke. Aber der hat nen schwäbischen Dialekt, eine sehr deutsche Hanfpflanze auf seinem sehr deutschen Balkon und eine sehr deutsche Biographie (abgesehen von der Herkunft). Wissensewasichmeine?

Ich habe mein ganzes erwachsenes Leben lang die erst die PDS, dann die Linke gewählt und in den letzten Jahren meine eigenen etwas beunruhigten Gedanken und Erlebnisse mit dieser Menschengruppe beiseite geschoben. Gehofft, dass das einfach nur mein Eindruck ist, weil ich hier dienstlich sehr stark vorbelastet bin.

Was mich dann doch zum ersten Mal zum Nichtwähler werden lies, war die sehr plötzliche Veränderung in meinem Wohnviertel. Sonst Öko-Muttis wohin man nur schaute. Aber eines Tages begleitete ich einen Bekannten und seine kleine Tochter zum Spielplatz und die Öko-Muttis mit den Rundbrillen und den Klamotten, die denen ihrer Zöglinge erstaunlich ähnelten, waren weg und fünf Frauen in traditioneller islamischer Vollverschleierung beanspruchten den Platz aggressiv für sich. Und jetzt wird immer alterniert. Entweder Verschleierung oder Ökö-Spielzeug oder Abends dann arabische Jugendliche mit zu viel Blödsinn im Kopf, der dann gerne an anderen Mitbürgern ausgelebt wird.

Mein Wohnviertel ist gekippt und ich sehe meine dienstlichen Erfahrungen jetzt in meiner Freizeit vor mir. Und das geht vielen Bürgern so.

Und darauf haben wir halt keine Lust mehr.

Glücklicherweise muss man nicht die kaputten Typen der AfD wählen, wenn man seine Stimme dann doch abgeben möchte.

MIT HELM UND STEIGT SOGAR AB ZUM TELEPHONIEREN! VORBILDLICH!

Bild: https://www.spiegel.de/spiegel/sahra-wagenknecht-auf-fahrradtour-mit-der-linken-spitzenkandidatin-a-1159137.html

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